29. August 2002
Pressemitteilung
Insgesamt gutes erstes Halbjahr 2002 / Gewinne aus Beteiligungstransaktionen
deutlich höher als Vorsorge im US-Geschäft und Wertberichtigungen
auf Aktien / Ein Jahr nach WTC: Neu geordnetes Rückversicherungsgeschäft
entwickelt sich erfreulich, braucht aber weitere Bedingungsverbesserungen /
Schadenbelastung durch Naturkatastrophen begrenzt
Die Münchener Rück hat sich im ersten Halbjahr 2002 gut behauptet.
In den ersten sechs Monaten dieses Jahres konnten sowohl die Wertberichtigungen
aufgrund der schwachen Kapitalmärkte als auch die verstärkte Vorsorge
im US-Geschäft überkompensiert werden durch hohe Gewinne aus den in
den Jahren 2000 und 2001 bereits vorbereiteten Transaktionen mit der Allianz.
Der Verlauf des Rückversicherungsgeschäfts war deutlich besser; von
den kommenden Erneuerungen vieler Verträge erwartet die Gruppe eine Fortsetzung
des positiven Trends bei Prämien und Bedingungen.
Zu den Zahlen des Halbjahresberichts der Münchener-Rück-Gruppe:
Der Konzernumsatz wuchs von 17,1 auf 20,4 Mrd. €. Zu diesem Plus von knapp
20 % hat vor allem die Rückversicherung beigetragen.
Der Konzernüberschuss stieg per 30. Juni 2002 auf 4,1 Mrd. € nach
1,3 Mrd. € zur Jahresmitte 2001, das Ergebnis je Aktie von 7,34 €
auf 23,15 €, bedingt insbesondere durch die Veräußerungsgewinne
aus den Beteiligungstransaktionen.
Das erfreuliche Konzernergebnis resultiert zum einen aus einem Gewinn von 4,5
Mrd. € im ersten Quartal, zum anderen aus einem durch die verstärkte
Vorsorge im US-Geschäft verursachten Fehlbetrag im zweiten Quartal von
383 Mio. €. Dr. Jörg Schneider, Vorstandsmitglied der Münchener
Rück, bei der Präsentation der Halbjahreszahlen am 29. August 2002:
"Das erste Halbjahr 2002 zeigt trotz der überlagerung durch betragsmäßig
große Sondereinflüsse und durch die anhaltend schwache Kapitalmarktsituation
bereits deutlich die Rückkehr zum Erfolgspfad."
Rückversicherung: Der Umsatz kletterte gegenüber dem Vorjahreszeitraum
um 30,2 % auf 13,2 Mrd. €. Für das Gesamtjahr rechnet die Münchener
Rück hier mit einem kräftigen Umsatzwachstum um rund 14 % auf 25 Mrd.
€.
Zum Konzernergebnis im ersten Halbjahr steuerten die Rückversicherer 4,9
Mrd. € bei. Die Schaden-Kosten-Quote betrug für das erste Halbjahr
133,1 %, ohne die erhöhte Vorsorge bei der US-Tochter American Re und für
Schäden aus dem WTC-Anschlag 102,0 %. Dieser Quote standen 112,7 % für
das Gesamtjahr 2001 auf vergleichbar bereinigter Basis gegenüber.
Erstversicherung: Hier erreichte die Gruppe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum
eine Beitragssteigerung um 6,7 % auf 8,4 Mrd. €. Zu diesem Zuwachs trugen
alle Geschäftsfelder bei, in der Hauptsache aber die Lebensversicherung.
Hier wurde die Marktposition nicht nur bei den Riester-Verträgen, sondern
bei allen Produktvarianten eindrucksvoll ausgebaut: Der Umsatz in der Lebensversicherung
wuchs um 7,7 % auf 3,5 Mrd. €. In der Krankenversicherung stieg das Prämienvolumen
um 5,0 %, in der Schaden- und Unfallversicherung um 6,4 %. Die Münchener
Rück erwartet für das Gesamtjahr ein Umsatzwachstum in der Erstversicherung
um 7 % auf etwa 17 Mrd. €.
Der Beitrag der Erstversicherung von ./.47 Mio. € zum Konzernergebnis des
ersten Halbjahres war geprägt von den schwachen Kapitalmärkten.
Kapitalanlagen: Zum 30. Juni 2002 stiegen die Kapitalanlagen der Münchener-Rück-Gruppe
auf 163,1 Mrd. €. Das Kapitalanlagenergebnis von 9 Mrd. € ist wesentlich
gekennzeichnet durch insgesamt 4,7 Mrd. € Veräußerungsgewinne
aus den bekannten Beteiligungstransaktionen mit der Allianz. Andererseits schlagen
sich wegen der starken Kursrückgänge auf den Aktienmärkten Wertberichtigungen
auf die Wertpapiere der Gruppe in Höhe von 1,5 Mrd. € in den Büchern
nieder.
Ein Jahr nach dem 11. September 2001: Bewusstsein für Risikoschutz
geschärft
Heute, fast ein Jahr nach dem Anschlag auf das WTC, hat die Münchener
Rück einen sehr viel besseren überblick über das Schadenausmaß.
Eine Neueinschätzung ist nicht erforderlich; zum 30. Juni 2002 war die
Vorsorge für die Schäden aus dem Terroranschlag um 500 Mio. US$ auf
2,6 Mrd. US$ erhöht worden. Die Abwicklung der Schäden wird sich wegen
der hohen Komplexität über Jahre erstrecken.
Vorstandsmitglied Stefan Heyd zu den Lehren aus dem Ereignis: "Die Risiken
nehmen weltweit zu und mit ihnen der Bedarf an Absicherung und Vorsorge. Wichtig
ist, dass der Preis für die übernahme eines Risikos stimmt und dass
die Bedingungen in Ordnung sind. Hier sind wir auf dem richtigen Weg, aber noch
nicht am Ziel."
Der 11. September 2001 hat nicht nur in den USA, sondern weltweit das Bewusstsein
für die Notwendigkeit von Rückversicherungsschutz mit hoher Bonität
merklich geschärft. Das gilt in gleicher Weise für Großrisiken
aus dem Bereich der Naturgefahren.
Überschwemmungskatastrophe: Versicherungsschäden sind überschaubar
Bis zum 30. Juni 2002 hatte die Belastung des Rückversicherungsergebnisses
aus Groß- und Größtschäden deutlich unter dem langfristigen
Durchschnitt gelegen. Im Juli und August kam es dann zu einer Häufung von
Unwettern mit Starkniederschlägen, vor allem in Deutschland, Tschechien,
österreich und Italien. Auch China und Südasien sind von schweren
überschwemmungen betroffen. Trotz der schwer wiegenden Ereignisse wird
sich für die Assekuranz die finanzielle Belastung in überschaubaren
Grenzen halten, da die Versicherungsdichte für das überschwemmungsrisiko
insgesamt relativ gering ist.
Für die Münchener-Rück-Gruppe könnten sich Schadenbelastungen
ergeben in einer mittleren dreistelligen Millionen-Größenordnung,
die nach derzeitigem Kenntnisstand unter 500 Mio. € liegen wird.
"Auch in Zukunft wird die Münchener Rück einen ganz bedeutenden
Teil ihrer Kapazität für die Rückversicherung von Katastrophenschäden
zur Verfügung stellen. Wir sind davon überzeugt, dass dies bei risikoadäquaten
Prämien und Bedingungen ein lohnendes Geschäftsfeld sein kann",
sagt Vorstandsmitglied Stefan Heyd.
Die Bereitschaft, für einen erstklassigen Rückversicherungsschutz
angemessene Preise zu zahlen, ist mittlerweile deutlich gestiegen. Bei den Erneuerungen
der Rückversicherungsverträge zum 1. Januar 2002 und seither konnte
die Münchener Rück substanzielle Verbesserungen bei Preisen und Konditionen
erreichen. Weitere Verbesserungen in der bevorstehenden Erneuerungssaison sind
allerdings unumgänglich. Die Münchener Rück als eine der gesuchtesten
Adressen in der internationalen Rückversicherung geht entsprechend optimistisch
in die anstehenden Verhandlungen über die Erneuerung der Verträge
zum 1. Januar 2003.
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Münchener-Rück-Gruppe
1. Halbjahr 2002 Wichtige Kennzahlen (IAS)
(PDF, 62 KB)