29. November 2001
Pressemitteilung
Münchener-Rück-Gruppe sieht kräftige Umsatz- und Gewinnsteigerung
im kommenden Jahr / Rückversicherungsmarkt in kräftigem Aufschwung
/ Selbst nach dem größten Schaden in der Versicherungsgeschichte
herausragende Kapitalkraft der Gruppe / Unveränderte Schadenreserve von
netto 2,1 Mrd. € lässt Ergebnis der ersten neun Monate zwar auf 85
Mio. € sinken, doch wird trotz der hohen Belastung positives Jahresergebnis
erwartet / Für Terrorismusdeckung bei Großrisiken limitierte Haftungen
erforderlich
Der Aufwärtstrend im weltweiten Rückversicherungsmarkt hält
an, wird durch den Terroranschlag vom 11. September in den USA nach Ansicht
der Münchener-Rück-Gruppe sogar noch verstärkt und beschleunigt.
Bei der laufenden Erneuerung der Rückversicherungsverträge sind erhebliche
Preissteigerungen sowie fundamentale Bedingungsverbesserungen absehbar. Die
Position der Münchener Rück im Wettbewerb hat sich weiter verbessert.
Solidität und Security der Gruppe sind jetzt, auch nach dem Urteil von
Ratingagenturen, auf dem Markt begehrter denn je. Die Quartalszahlen zum 30.
September spiegeln erwartungsgemäß den Größtschaden in
New York wider, der unverändert mit 2,1 Mrd. € eingeschätzt und
reserviert wird. Der Jahresabschluss 2001 wird naturgemäß deutlich
von diesem Schaden geprägt sein, aber aus heutiger Sicht dennoch mit einem
überschuss schließen, der die Zahlung einer unveränderten Dividende
erlauben wird. Wie die Rückversicherer konnten auch die Erstversicherungsgesellschaften
der Gruppe ihre Marktposition im bisherigen Jahresverlauf insgesamt weiter verbessern.
Erwartungsgemäß endete das dritte Quartal 2001 mit einem Verlust,
der sich auf 1,2 Mrd. € nach Steuern belief. Dieser resultiert in erster
Linie aus den Auswirkungen des 11. September, aber auch aus anderen Großschäden
wie dem Rückruf von Baycol/Lipobay durch Bayer am 8. August, dem voraussichtlichen
Totalschaden des Nachrichtensatelliten PAS 7, dem Taifun "Nari" Mitte
September in Taipeh (Taiwan) und der Explosion in einer chemischen Anlage in
Toulouse am 21. September. Damit stieg die Schaden-Kosten-Quote im dritten Quartal
auf 179,6 %. Für den Gesamtzeitraum 1. Januar bis 30. September 2001 waren
es 133,9 %.
"Rückversicherung wichtiger denn je"
Dr. Hans-Jürgen Schinzler, Vorstandsvorsitzender der Münchener Rück,
zum Extremschadenereignis am 11. September: "Die Terrorschäden in
den USA belegen ebenso wie andere Großschäden, wie sehr die Erstversicherer
das Instrument 'Rückversicherung' unter Risikotransfer-Gesichtspunkten
nach wie vor brauchen, um die eigene Zahlungsfähigkeit auch in Zeiten extremer
finanzieller Belastungen zu gewährleisten. Dadurch rückt zugleich
die Frage der Security, also der Finanzkraft und Zahlungsfähigkeit der
Rückversicherer, in den Vordergrund. Die Erstversicherer werden ihre Rückversicherer
künftig sehr genau prüfen und vergleichen, um auch im Ernstfall ihre
Schäden ohne Ausfälle bezahlt zu bekommen."
Der Terroranschlag vom 11. September lenkt die künftigen überlegungen
der Versicherer zwangsläufig auf das Problem terroristischer Anschläge,
die das Ziel haben, möglichst viel Schaden anzurichten. Für die künftige
Deckung des Terrorismusrisikos sind nach Meinung der Münchener Rück
erforderlich: limitierte Haftungen, kurze Kündigungsfristen für Terrorismusrisiken,
Transparenz der Risiken und auf die neue Risikosituation abgestellte Prämien.
Auf dem Rückversicherungsmarkt, so Vorstandsmitglied Stefan Heyd, trennt
sich allmählich die Spreu vom Weizen. Nur wenige Anbieter sind in ihren
Topratings bestätigt, andere sind herabgestuft worden.
Rück- und Erstversicherer der Gruppe auf Wachstumskurs
Sowohl die Rückversicherer als auch die Erstversicherer der Münchener-Rück-Gruppe
sind mit zweistelligen Steigerungsraten weiter auf ergebnisorientiertem Wachstumskurs.
In der Rückversicherung stiegen die Beiträge bis Ende September um
18,4 % auf 15,5 Mrd. €, in der Erstversicherung um 10,1 % auf 11,5 Mrd.
€. Das Wachstum in der Rückversicherung resultiert u.a. aus höheren
Preisen bei vorangegangenen Erneuerungsverhandlungen. In der Erstversicherung
steuerten zu dem Anstieg vor allem die im zweiten Halbjahr 2000 erworbenen ausländischen
Tochterunternehmen bei.
Der Konzernumsatz im dritten Quartal erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr
sogar um 20,1 % auf 8,8 Mrd. €, in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres
um 14,7 % auf 25,8 Mrd. €. Das Ergebnis je Aktie beläuft sich im dritten
Quartal 2001, bedingt durch den Terrorangriff am 11. September, auf -6,86 €,
für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres auf 0,48 € je
Aktie.
Kapitalanlagenbestand trotz Börsenschwäche weiterhin stabil
Per 30.9.2001 verringerte sich der Wert der Kapitalanlagen gemäß
IAS-Bilanzierung infolge rückläufiger Börsenindizes (DAX: -33
% in den ersten neun Monaten) gegenüber dem 31.12.2000 um 0,7 % auf 158,3
Mrd. €. Inzwischen sind die Börsenkurse deutlich gestiegen. Das Ergebnis
aus den Kapitalanlagen betrug im dritten Quartal 2,4 Mrd. €, in den ersten
neun Monaten belief es sich auf 7,7 Mrd. €. Dank ihrer Kapitalanlagepolitik
ist die Münchener Rück auch für größte Schadenszenarien
gerüstet.
Positives Jahresergebnis erwartet
Für das Geschäftsjahr 2001 erwartet die Münchener-Rück-Gruppe
eine Fortsetzung der in den ersten neun Monaten erkennbaren starken Wachstumsimpulse;
der Konzernumsatz dürfte um mehr als 10 % auf über 34 Mrd. €
steigen.
Das Konzernergebnis 2001 wird gegenüber dem Vorjahr stark zurückgehen,
aber voraussichtlich positiv sein. Hierzu tragen wesentlich die Sondereffekte
aus der im Quartalsbericht zum 31.3.2001 und in der Bilanzpressekonferenz am
29.5.2001 erläuterten zeitnäheren Bewertung der Allianzaktien und
aus der Steuerreform bei. Sofern die Schadensituation und die Lage auf den Kapitalmärkten
sich bis Ende des Jahres nicht verschlechtern, wird die Münchener Rück
AG wie im Vorjahr eine Dividende von 1,25 € je Aktie ausschütten.
Für das Jahr 2002 rechnet die Münchener-Rück-Gruppe mit einem
kräftigen Umsatzplus und einem erheblichen Gewinnschub. Das Jahresergebnis
2002 dürfte dann bei stetiger Entwicklung in der Erstversicherung und im
Asset-Management deutlich über dem des guten Jahres 2000 liegen.
Münchener-Rück-Gruppe in den ersten neun Monaten 2001
Wichtige Kennzahlen (IAS)
|
|
|
Quartal 1-3 2001 Euro
|
Quartal 1-4 2000 Euro
|
| Bruttobeiträge |
Mrd. |
25,8 |
31,1 |
| Jahresüberschuss |
Mio. |
85 |
1.750 |
Rückversicherung Schaden-Kosten-Quote mit WTC ohne WTC
|
% % %
|
133,9 112,8
|
115,3
|
|
|
|
30.9.2001 Euro
|
31.12.2000 Euro
|
| Kapitalanlagen |
Mrd. |
158,3 |
159,4 |
| Eigenkapital |
Mrd. |
19,6 |
23,6 |
Versicherungstechnische Rückstellungen netto
|
Mrd. |
133,2 |
131,5 |
| Mitarbeiter |
|
38.147 |
36.481 |
Unsere Namensaktie
|
|
|
Quartal 1-3 2001 Euro
|
Quartal 1-4 2000 Euro
|
| Ergebnis je Aktie |
|
0,48 € |
9,89 € |
| Kurs der Aktie |
|
285,00 (30.9.2001)
|
380,00 (31.12.2000)
|
| Börsenwert der Münchener Rück |
Mrd. |
50,4 (30.9.2001)
|
67,2 (31.12.2000)
|
Bei ihren Bewertungen haben die Ratinggesellschaften A. M. Best und Standard & Poor's der Münchener Rück jeweils das bestmögliche Rating zuerkannt.