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18. Juni 1999

Pressemitteilung

Geschäftsjahr 1998: Trotz Rumpfgeschäftsjahr unveränderte Dividende / Um 4,2 % erhöhter Konzernjahresüberschuß / Beitragseinnahmen bei 50 Mrd. DM / 1999 weiter steigendes Konzernergebnis und Verdoppelung der Dividendensumme erwartet

In diesem Jahr berichtet die Münchener Rück, die ihren Bilanzstichtag um sechs Monate auf das Jahresende vorverlegt hat, über das abgelaufene Geschäftsjahr erstmals deutlich früher als in der Vergangenheit:

Die Beitragseinnahmen der in den Konzernabschluß einbezogenen Unternehmen stiegen 1998 um 11,8 % auf 49,8 (Vj. 44,5) Mrd. DM und entfallen nun jeweils zur Hälfte auf Rück- und Erstversicherer. Der Konzernjahresüberschuß nahm trotz des Rumpfgeschäftsjahres der Münchener-Rück-AG um 4,2 % auf 1.197 (Vj. 1.149) Mio. DM zu. Der Hauptversammlung wird eine unveränderte Dividende von 1,80 DM vorgeschlagen. Einschließlich Körperschaftsteuergutschrift sind dies 2,57 DM je Aktie. Die Bewertungsreserven des Konzerns blieben mit 82,1 Mrd. DM trotz erheblicher Volatilität auf den Kapitalmärkten gegenüber dem Stand 30.6.1998 fast konstant.

Für 1999 rechnet die Münchener-Rück-Gruppe bei steigendem Umsatz mit einem nochmals verbesserten Konzernergebnis nach Steuern, obwohl das Ergebnis aus der Rückversicherung deutlich ungünstiger ausfallen wird. Vorstandsvorsitzender Dr. Hans-Jürgen Schinzler: "In einer Zeit des starken Wandels auf den internationalen Versicherungsmärkten haben wir unsere besondere Leistungsfähigkeit erneut unter Beweis gestellt. Unsere Strategie, Erst- und Rückversicherung im Konzern zu betreiben, hat sich bewährt. Nun erweitern wir das Produktspektrum der Münchener-Rück-Gruppe um das vielversprechende Segment des Asset-Managements für Dritte."

Die Rückversicherung durchläuft nach wie vor eine "weiche" Marktphase; es gibt erhebliche Überkapazitäten, und die Preise stehen spürbar unter Druck. Gleichzeitig ist eine steigende Individualisierung der Kundenbedürfnisse festzustellen. Die Münchener Rück hat sich in dem intensiven Wettbewerb gut behauptet. Als vielversprechende Zukunftssegmente sieht sie u. a. die Personenversicherung sowie die Finanzrückversicherung und die sogenannten alternativen Märkte, auf denen die Gruppe hervorragend positioniert ist. In der Erstversicherung schreitet die Integration von VICTORIA, Hamburg-Mannheimer, DKV und D.A.S unter dem ERGO-Dach weiter voran. Dies sichert der Münchener Rück auch weiterhin eine herausragende Position auf dem Markt. Für November ist die Geschäftsaufnahme der MEAG MUNICH ERGO AssetManagement GmbH geplant, die - neben der Verwaltung der Kapitalanlagen von Münchener Rück und ERGO - auch das Asset-Management für Dritte forcieren soll.

Konzernergebnis auch 1998 gestiegen

In das Konzernergebnis zum 31.12.1998 geht die Münchener-Rück-AG wegen der Vorverlegung des Bilanzstichtags diesmal nur mit einem Rumpfgeschäftsjahr ein: Berücksichtigt wird das Rückversicherungsgeschäft des gesamten Kalenderjahres 1998, die Kapitalerträge jedoch nur für den Zeitraum 1.7. bis 31.12.1998.

Die wichtigsten vorläufigen Zahlen hatte das Unternehmen schon am 26.3. bekanntgegeben. Im einzelnen ergibt sich folgendes Bild:

In der Rückversicherung entwickelten sich Beiträge und versicherungstechnisches Ergebnis wie folgt (in Mio. DM konsolidiert):

 

Bruttobeiträge

Versicherungstechnisches Ergebnis

 

1998

Vorjahr

1998

Vorjahr

     
Leben

4.479

4.217

132

-43

Unfall/Kranken

2.136

1.746

-175

-108

Haftpflicht

2.725

2.798

-411

-376

Kraftfahrt

4.250

4.612

-205

-188

Transport/Luftfahrt

1.450

1.544

-65

103

Feuer

5.288

5.238

159

473

Technik

1.686

1.948

-6

-1

Sonstige

2.975

2.841

167

96

     
Gesamt

24.989

24.944

-404

-44



Das verschlechterte Ergebnis aus der Rückversicherung ist Folge des derzeitigen starken Wettbewerbs, aber auch gestiegener Belastungen aus Naturkatastrophen und anderen Großschäden.

Die Erstversicherer der Gruppe haben sich 1998 in einem schwierigen Umfeld sehr gut behauptet. Bei einem deutlich verbesserten versicherungstechnischen Ergebnis sind sie insgesamt schneller als der Markt gewachsen. Am stärksten wuchs die Krankenversicherung mit einem Anstieg der Beitragseinnahmen um 7,1 %, die Lebensversicherung folgt mit 3,1 % (jeweils bereinigt um Konsolidierungseffekte). Erfreulich ist, daß - entgegen dem Branchentrend - auch in der Schaden- und Unfallversicherung ein Wachstum von 3,4 % erzielt werden konnte.

Wichtige Zahlen der Erstversicherer (in Mio. DM konsolidiert):

 

Bruttobeiträge

Versicherungstechnisches Ergebnis

 

1998

Vorjahr

1998

Vorjahr

     
Leben*

11.120

9.475

587

443

Kranken*

6.813

5.946

303

143

Schaden/Unfall

6.869

4.157

206

54

     
Gesamt

24.802

19.578

1.096

640


* Einschließlich der Ergebnisse aus Kapitalanlagen

Die Kapitalanlagen des Konzerns stiegen im Geschäftsjahr 1998 um mehr als 8 Mrd. DM auf rund 217 Mrd. DM, obgleich das Ausscheiden der Berlinischen Leben aus dem Konsolidierungskreis und negative Währungseinflüsse das Wachstum einschränkten. Noch stärker stieg der Überschuß aus den Kapitalanlagen, und zwar von 13,3 auf 15,2 Mrd. DM. Davon sind 11,5 Mrd. DM (Vj. 9,4 Mrd. DM) entsprechend den Rechnungslegungsvorschriften im versicherungstechnischen Ergebnis erfaßt. Die extremen Schwankungen der internationalen Finanzmärkte boten auch Chancen: Kurseinbrüche wurden gezielt zum Ausbau des Aktienbestandes und hohe Kurse zur Realisierung von Kursgewinnen genutzt. Zudem profitierte das Kapitalanlagenergebnis von den Kursgewinnen aus dem Verkauf von Anteilen an Mercury Asset Management und an AMB.

Der Schwankungsrückstellung und den ähnlichen Rückstellungen floß mit 0,8 Mrd. DM (Vj. 1,3 Mrd. DM) erneut eine sehr hoher Betrag zu. Die Dotierung ist allerdings wesentlich niedriger als in den beiden Vorjahren, als wegen der hervorragenden Ergebnissituation in der Rückversicherung außerordentlich hohe Beträge zugeführt werden mußten. Die Sonderzuführungen an die Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle, insbesondere in der Haftpflicht-versicherung, lagen demgegenüber mit 282 Mio. DM (Vj. 270 Mio. DM) in der Größenordnung des Vorjahres.

Die Belastungen durch Steuern stiegen gegenüber dem Vorjahr, dessen Belastung aufgrund von Sondereffekten relativ gering war, deutlich an.

Dennoch verblieb insgesamt ein erhöhter Konzernjahresüberschuß von 1.197 Mio. DM (Vj. 1.149 Mio. DM).

Das Ergebnis je Aktie sank erwartungsgemäß von 19,13 DM auf 13,95 DM. Berücksichtigt man die Kapitalmaßnahmen von Anfang 1999 (Aktiensplit, Kapitalerhöhung für Inhaberaktionäre), dann wären es 6,98 DM nach 9,57 DM. Der Rückgang ist vor allem die Folge der deutlich gesunkenen Zuführung zu den Schwankungsrückstellungen; eine Bereinigung wegen des Rumpfgeschäftsjahres der Münchener-Rück-AG wurde nicht vorgenommen.

Die Bewertungsreserven im Grundvermögen, bei den Dividendenwerten und den festverzinslichen Wertpapieren per 31.12.1998 betrugen 82,1 Mrd. DM (per 30.6.1998 81,9 Mrd. DM).

Bewertungsreserven am 31.12.1998:

  Rück-
versicherer

Mio. DM
Lebens-
versicherer

Mio. DM
Kranken-
versicherer

Mio. DM
Schaden-/Unfall-
versicherer

Mio. DM
Gesamt


Mio. DM
Grundvermögen
2.118
3.074
832
248
6.272
Dividendenwerte
53.119
13.880
5.042
2.076
74.117

Festverzinsliche
Wertpapiere

556

766

316

73

1.711
Gesamt

55.793

17.720

6.190

2.397

82.100



Geschäftsjahr 1999

Für 1999 rechnet die Münchener-Rück-Gruppe derzeit mit einem um rund 3,5 % erhöhten Umsatz und einem besseren Jahresergebnis als im Vorjahr.

In der Rückversicherung wird derzeit trotz des harten Wettbewerbs insgesamt mit einer Beitragssteigerung von knapp 4 % gerechnet, vor allem aus der Lebensrückversicherung. Deren erneutes Wachstum überkompensiert die schwächere Umsatzentwicklung in der Schaden- und Unfallrückversicherung. Das versicherungstechnische Ergebnis der Rückversicherer wird sich verschlechtern infolge vielfach sinkender Originalraten und nachgebender Rückversicherungspreise und -bedingungen. Teilweise kompensiert wird dies durch deutlich geringere Zuführungen zu den Schwankungsrückstellungen. Im übrigen wird das Ergebnis aus der Rückversicherung branchentypisch wieder entscheidend davon abhängen, welche Belastungen aus Naturkatastrophen und aus anderen Großschäden im laufenden Jahr eintreten. Insgesamt wird der Jahresabschluß 1999 qualitativ schlechter sein als der des Vorjahres, aber deutlich besser als die Abschlüsse der Jahre 1990 bis 1992, der letzten vergleichbaren Marktphase. Dies ist zurückzuführen auf die heute wesentlich ausgeglichenere Bestandszusammensetzung.

Angesichts dieser Ergebniserwartungen sieht die Münchener Rück jedoch keinen Spielraum für weitere Zugeständnisse bei Rückversicherungspreisen und -bedingungen. Sie wird gegebenenfalls auf Geschäftsmöglichkeiten verzichten, wenn diese sich auf Dauer nicht rechnen.

In der Erstversicherung erwartet die Münchener Rück andererseits eine weiterhin positive Entwicklung, und zwar sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis. Die Bruttobeiträge der Erstversicherer werden voraussichtlich um rund 3 % zunehmen, getragen vor allem von der Lebens- und Krankenversicherung, wo mit einem Beitragswachstum von 3 % bis 4 % gerechnet wird. In der Schaden- und Unfall-versicherung rechnet die Gruppe trotz des scharfen Wettbewerbs und des negativen Branchentrends mit einer Steigerung um etwa 2 %. Auch das Ergebnis aus der Erstversicherung sollte sich positiv entwickeln.

Der Bestand an Kapitalanlagen und das Kapitalanlageergebnis werden auch 1999 weiter steigen - vorausgesetzt, die Verhältnisse auf den Kapitalmärkten verändern sich bis zum Jahresende nicht grundlegend zum Negativen hin. Die MEAG MUNICH ERGO AssetManagement GmbH wird voraussichtlich im November 1999 die Geschäftstätigkeit aufnehmen. Unter ihrem Dach soll - wie angekündigt - zunächst die Verwaltung der Kapitalanlagen der Münchener Rück und der ERGO zusammengeführt werden. Das bietet die Möglichkeit, bei den hohen Kosten für die weitere Professionalisierung von Technik und Anlage-Know-how Synergien für die Münchener-Rück-Gruppe zu nutzen. Gleichzeitig soll das Asset-Management für Dritte, das Hamburg-Mannheimer und VICTORIA von jeher betreiben, forciert zu einem eigenen Konzerngeschäftsfeld ausgebaut werden.

1999 kommen auf die Münchener-Rück-AG und ihre deutschen Tochterunternehmen im Zusammenhang mit der deutschen Steuerreform nicht unerhebliche Steuermehrbelastungen zu, zum größten Teil aus dem Abzinsungsgebot für Rückstellungen und der sogenannten realitätsnäheren Bewertung der Schadenrückstellungen. Zwar stehen wesentliche Ausführungsbestimmungen noch aus; nach heutiger Kenntnis erwartet die Münchener Rück - verteilt auf die nächsten 5 bis maximal 10 Jahre - Mehrbelastungen in der Größenordnung von etwa 1 Mrd. DM.

Alles zusammengenommen ist ein höheres Konzernergebnis als im Vorjahr zu erwarten. Auch die Münchener-Rück-AG rechnet derzeit mit einem deutlich verbesserten Jahresergebnis. Der Vorstand geht insofern davon aus, daß die Dividende von 1,80 DM beibehalten werden kann - vorausgesetzt, es ergeben sich keine heute nicht absehbaren Belastungen auf der Schadenseite bzw. bei den Kapitalanlagen. Die Ausschüttungssumme würde sich demnach im laufenden Geschäftsjahr verdoppeln, da sich die Zahl der Aktien durch den Aktiensplit und die Kapitalerhöhung für die Inhaberaktionäre verdoppelt hat.

Weltweit herrscht nach wie vor Unsicherheit darüber, zu welchen Versicherungs-schäden es wegen des Datumswechsels 1999/2000 kommen wird. Die Münchener Rück selbst hat vielfältige Vorkehrungen getroffen. In der Erstversicherung werden ihre Tochterunternehmen, die weitgehend auf Privatkundengeschäft ausgerichtet sind, kaum tangiert. In der Rückversicherung könnte sich aus allen Versicherungszweigen zusammengenommen allenfalls die Schadendimension eines geschäftstypischen Elementarereignisses ergeben, wobei Schadenanfall und Auszahlungen sich in diesem Fall über mehrere Jahre verteilen würden.

Konzernabschluß 1999 nach IAS

Erstmals für das Geschäftsjahr 1999 wird die Münchener Rück ihren Konzernabschluß auf Basis der International Accounting Standards (IAS) erstellen und in der nächsten Bilanzpressekonferenz am 30.5.2000 erläutern. Sie erwartet davon

  • wegen des damit verbundenen höheren Informationsgehalts eine positive Resonanz bei Aktionären, Investoren und Analysten,
  • eine bessere Vergleichbarkeit mit den Abschlüssen ihrer internationalen Wettbewerber
  • und letztlich ein weiter steigendes Interesse an ihren Aktien.
Neustrukturierung des Aktienkapitals

Ende Juni 1998 hatte die Münchener Rück eine Reihe von Kapitalmaßnahmen angekündigt, mit denen sie ihre Aktien auf den Euro vorzubereiten und zugleich auf nur noch eine an der Börse vertretene Aktienkategorie überzugehen beabsichtigte. Diese Maßnahmen wurden planmäßig realisiert. Mit der für Ende November 1999 vor-gesehenen Einstellung der amtlichen Börsennotierung der Inhaberaktien kann das umfangreiche Maßnahmenpaket abgeschlossen werden. Dann wird nur noch die volleingezahlte, auf den Namen lautende Stückaktie an der Börse notiert sein. Der kommenden Hauptversammlung am 22.7.1999 werden die dazu noch erforderlichen Satzungsänderungen vorgeschlagen.

Veränderungen in Vorstand und Aufsichtsrat

Herr Dr. Fedor Nierhaus, zuständig für den Geschäftsbereich Afrika, Naher und Mittlerer Osten und die Zentralbereiche Rückversicherung: Entwicklung und Forschung sowie Unternehmensplanung, scheidet zum 30.6.1999 aus Altersgründen aus dem Vorstand aus. Als sein Nachfolger war zum 1.1.1999 Herr Clement Booth, zuvor Leiter der Munich Reinsurance Company of Africa, bestellt worden.

Bei den turnusbedingten Neuwahlen des Aufsichtsrats soll der Hauptversammlung vorgeschlagen werden, Herrn Professor Dr. Henning Kagermann, Sprecher des Vorstands der SAP AG, Herrn Dr. Dr.-Ing. E. h. Heinrich v. Pierer, Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG, sowie Herrn Dr. Alfons Titzrath, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Dresdner Bank AG, neu in den Aufsichtsrat zu wählen. Sie werden Nachfolger von Herrn Dr. Eberhard v. Kuenheim, Herrn Dr. Wolfgang Röller und Herrn Dr. Dieter Soltmann, die für eine Wiederwahl nicht zur Verfügung stehen.

Zwischenbericht

Am 28. September 1999 wird die Münchener Rück erstmals in einem Zwischenbericht über die Geschäftsentwicklung des Konzerns in den ersten sechs Monaten 1999 berichten.