18. Dezember 1998
Pressemitteilung
Münchener Rück und Allianz ordnen Beteiligungen neu
Münchener Rück erhöht Anteilsquote an ERGO auf über 60%
Allianz wird Mehrheitsaktionär von Allianz Leben
Münchener Rück wird Alleineigentümer bei American Re, Allianz bei Allianz of America
Die seit längerem angekündigte Neuordnung gemeinsam gehaltener Versicherungsbeteiligungen von Münchener Rück und Allianz wird nunmehr vollzogen. Dabei erhöht die Münchener Rück ihren Anteil an der American Re auf 100%, während die Allianz Alleinaktionärin der Allianz of America wird. Im übrigen gibt die Allianz einen Teil ihrer ERGO-Anteile an die Münchener Rück, die im Gegenzug ihr Engagement an der Allianz Lebensversicherung reduziert und der Allianz dadurch die Kapitalmehrheit an Allianz Leben verschafft.
Im einzelnen: Die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft überträgt ca. 15,6% der US-Versicherungsgruppe Allianz of America sowie knapp 3,9% der Allianz Lebensversicherungs-AG an die Allianz AG; sie bekommt dafür knapp 6,5% der ERGO Versicherungsgruppe AG und rund 6,9% der American Re Corporation. Die einzelnen Transaktionen sollen in zwei Schritten in 1998 und 1999 durchgeführt werden.
Künftig wird die Münchener Rück ca. 60,6% an der ERGO, 100% an der American Re und ca. 40,6% an der Allianz Leben halten. Die Allianz Gruppe wird in Zukunft 100% der Allianz of America und 50,3% des Kapitals der Allianz Leben kontrollieren sowie einen Restanteil von ca. 3,7% ERGO behalten.
Die Vorstandsvorsitzenden der Münchener Rück, Dr. Hans-Jürgen Schinzler, und der Allianz AG, Dr. Henning Schulte-Noelle, sehen für beide Unternehmen eine weitere Verbesserung ihrer strategischen Positionen sowohl in Deutschland als auch in den USA.
"Es ist für die Münchener Rück sehr positiv", so Münchener-Rück-Chef Schinzler, "daß sie künftig Alleinaktionärin der American Re ist und ihre Mehrheit bei ERGO ausbaut. Die Abgabe unserer Anteile an der Allianz Leben und an der Allianz of America ermöglicht es, unsere unternehmerischen Ziele ohne Einsatz von Liquidität zu erreichen."
"Diese Transaktionen führen zu einer klaren unternehmerischen Zuordnung der Beteiligungen unserer Unternehmen", so Allianz-Chef Schulte-Noelle, "und sind die logische Folge entsprechender Bereinigungen der Vorjahre."
Angaben zu den Unternehmen
Die Allianz of America, Inc., Westport, Connecticut, in die 1991 der US-Sachversicherer Fireman's Fund eingebracht wurde, erzielte 1997 bei gebuchten Bruttobeiträgen von ca. 8,2 Mrd. $ ein Net Income von 340 Mio. $.
Die American Re Corporation, Princeton, New Jersey, mit ihren Tochterunternehmen gehört seit 1996 mehrheitlich der Münchener Rück. Die American-Re-Gruppe erwirtschaftete 1997 bei Bruttobeiträgen von ca. 3,1 Mrd. $ ein Net Income von 221 Mio. $. Die Beteiligung der Allianz an der American Re resultierte aus der in 1997 durchgeführten Fusion dieser Gesellschaft mit der Munich American Reinsurance Company, New York, an der die Allianz mit 40 % beteiligt gewesen war.
Die ERGO Versicherungsgruppe AG, Düsseldorf, zu der VICTORIA, Hamburg-Mannheimer, DKV und D.A.S. gehören, ist mit Bruttobeiträgen 1997 von 21,3 Mrd. DM die Nr. 2 auf dem deutschen Erstversicherungsmarkt. Sie erwirtschaftete 1997 einen Jahresüberschuß von 535 Mio. DM. Mit einer Börsenkapitalisierung von derzeit knapp 20 Mrd. DM ist ERGO momentan größter M-DAX-Wert.
Die Allianz Lebensversicherungs-AG, Stuttgart, ist mit ca. 12,5 Mrd. DM Bruttobeiträgen 1997 und einem Jahresüberschuß 1997 von 212 Mio. DM größter deutscher Lebensversicherer.