13. Oktober 1998
Pressemitteilung
Geschäftsjahr 1997/98: Umsatz um 38 % und Konzernergebnis um 64 % gestiegen / Auch laufendes Rumpfgeschäftsjahr 1998 verläuft bisher günstig / Die Turbulenzen an den Kapitalmärkten beeinträchtigen die Ertragslage nicht
Die Beitragseinnahmen der in den Konzernabschluß einbezogenen Unternehmen einschließlich Neukonsolidierungen stiegen im Geschäftsjahr 1997/98 um 38 % auf 44,5 (i. Vj. 32,2) Mrd. DM. Der Konzernjahresüberschuß nahm sogar um 64 % auf 1.149 (699) Mio. DM zu. Das Ergebnis je Aktie (DVFA/GDV) stieg von 15,65 auf 19,42 DM. Der Hauptversammlung wird die sechste Dividendenerhöhung in Folge vorgeschlagen, nämlich 1,80 (1,70) DM auf jede der jeweils mit 5 DM dividendenberechtigten Inhaber- und Namensaktien. Einschließlich Körperschaftsteuergutschrift sind dies 2,57 DM je Aktie.
Im laufenden Jahr 1998 hat die Münchener Rück mit der erfolgreichen Börseneinführung der ERGO-Gruppe, dem vollständigen Erwerb der Reale Ri, der Vorbereitung ihrer neuen Aktienstruktur, einer vom Markt gut aufgenommenen Kapitalerhöhung und der Planung einer mit ERGO gemeinsam zu führenden Asset-Management-Gesellschaft große Schritte unternommen, um Chancen in einem sich verändernden Umfeld zu ergreifen. Vorstandsvorsitzender Dr. Hans-Jürgen Schinzler: " Diese Schritte haben uns in unserem Bemühen, den Wert des Unternehmens im Interesse unserer Aktionäre und unserer Kunden weiter zu steigern, ein deutliches Stück vorangebracht. Die Münchener-Rück-Gruppe ist nach den strategischen Weichenstellungen der letzten Jahre gut positioniert, um ihren Kunden auf allen Versicherungsmärkten Partner für umfassende finanzwirtschaftliche Lösungen zu sein."
Konzernergebnis 1997/98 deutlich gestiegen
Im einzelnen: Im Konzernabschluß 1997/98 (30.6.1998) sind erstmals die American Re und die DKV voll konsolidiert. Anteilig für die Monate August bis Dezember 1997 kamen infolge der ERGO-Gründung die Erträge und Aufwendungen der VICTORIA-Gruppe hinzu. Auch ohne diese Veränderungen im Konsolidierungskreis wäre der Umsatz um etwa 8 % gewachsen; so betrug das Wachstum 38 %. Rund 56 (60) % des Umsatzes stammen jetzt von Rückversicherern, 44 (40) % von Erstversicherern.
Der Konzernjahresüberschuß stieg überproportional um 64 % auf 1.149 Mio. DM, obwohl sich die Resultate in der Rückversicherung wettbewerbsbedingt verschlechterten. Der Schwankungsrückstellung floß mit 1,3 (1,2) Mrd. DM erneut ein sehr hoher Betrag zu. Darüber hinaus wurden Sonderzuführungen an die Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle in Höhe von 270 (200) Mio. DM vorgenommen.
Die Kapitalanlagen des Konzerns (einschließlich Depotforderungen) standen zum Bilanzstichtag mit 208,8 (148,3) Mrd. DM zu Buche. Die Bewertungsreserven im Grundvermögen, bei den Dividendenwerten und den festverzinslichen Wertpapieren betrugen 81,9 Mrd. DM. Das Ergebnis aus Kapitalanlagen erreichte 13,3 (9,4) Mrd. DM. Hiervon sind 9,4 (7,1) Mrd. DM bereits im versicherungstechnischen Geschäft erfaßt. Das von der DVFA geprüfte Ergebnis je Aktie stieg auf 19,42 DM; aufgrund geänderter Berechnungsvorschriften enthält es nun auch den Ertrag aus dem Verkauf einer indirekten Beteiligung an der Degussa AG.
Bei der Münchener-Rück-AG beträgt der Jahresüberschuß 303 (281) Mio. DM. Davon wurden 150 (140) Mio. DM in die Gewinnrücklagen eingestellt. Der Bilanzgewinn zur Verfügung der Hauptversammlung beläuft sich also auf 153 (141) Mio. DM, aus dem 1,80 DM Dividende auf jede der mit 5 DM dividenden berechtigten Namensaktien und Inhaberaktien gezahlt werden soll.
1998: 50 Mrd. DM Umsatz im wachsenden Konzern
Veränderungen ergeben sich im Rumpfgeschäftsjahr 1998 aus der vollen Einbeziehung der VICTORIA-Gruppe und der erstmaligen Konsolidierung der Reale Ri, jetzt Torino Ri. Unter anderem als Folge dieser Veränderungen wird der Umsatz auf rund 50 Mrd. DM steigen.
Auch im Rumpfgeschäftsjahr 1998 gutes Konzernergebnis
Die Münchener-Rück-AG stellt 1998 ihren Bilanzstichtag auf das Ende des Kalenderjahres um. Das Rumpfgeschäftsjahr 1998 umfaßt wie üblich das versicherungstechnische Geschäft des ganzen Kalenderjahres, ihr übriges Geschäft - speziell die Erträge aus Kapitalanlagen - aber nur vom 1. Juli bis 31. Dezember 1998. Damit wird sie künftig wesentlich früher sowohl über den Geschäftsverlauf informieren als auch ihre Aktionäre am Gewinn beteiligen können.
Die Münchener Rück erwartet für das Rumpfgeschäftsjahr 1998 trotz des Fehlens eines Teils der laufenden Kapitalerträge einen Konzernjahresüberschuß, der nach derzeitigem Kenntnisstand durchaus das Niveau von 1997/98 erreichen sollte. Dazu tragen neben der vollen Einbeziehung der VICTORIA-Gruppe auch Veräußerungsgewinne bei, so etwa aus dem Verkauf der seit langem gehaltenen Anteile an Mercury Asset Management (an Merrill Lynch) und von AMB-Aktien (an Generali).
Rückversicherung
In der Rückversicherung ist 1998 allenfalls mit einem leichten Anstieg der Beitragseinnahmen zu rechnen. Der Schadenverlauf war bisher ungünstiger. Die Belastungen aus Naturkatastrophen - unter anderem Eisstürme in Kanada und den USA, ein tropischer Wirbelsturm in Indien und Hurrikan Georges in der Karibik und im Süden der USA - sind gestiegen. Hinzu kommt ein im Vergleich zum Vorjahr deutlich höherer Schadenanfall in der Raumfahrtversicherung. Der Jahresüberschuß der Rückversicherer dürfte 1998 insgesamt niedriger ausfallen als im Vorjahr.
Auch aufgrund der schwierigeren Marktsituation geht die Münchener-Rück-AG davon aus, daß sich ihr versicherungstechnisches Ergebnis - von günstigem Niveau aus - verschlechtern wird. Sie erwartet allenfalls ein marginales Umsatzwachstum. Im Inland ist der Umsatz rückläufig - vor allem aufgrund des Preisverfalls in der Kraftfahrt- und in der industriellen Feuerversicherung. Im Ausland tragen unter anderem die Lebensversicherung, die landwirtschaftlichen Versicherungszweige und die Feuerversicherung zu einem erfreulichen Wachstum bei.
Die mit Abstand größte Rückversicherungstochter American Re verzeichnete aufgrund der angespannten Marktsituation in den ersten 6 Monaten 1998 zwar einen um 6,8 % auf 1.570 Mio. US-$ gesunkenen Umsatz. Ihr Ergebnis hat sich in diesem Zeitraum jedoch um über 70 % auf 147 Mio. US-$ verbessert. Die Daten sind wegen fusionsbedingter Kosten im Vorjahr allerdings nur eingeschränkt vergleichbar.
Erstversicherung
Bei den Erstversicherern der Münchener-Rück-Gruppe gestaltete sich das Geschäft in den ersten 6 Monaten 1998 sehr zufriedenstellend: In der Lebensversicherung wurde ein erfreulicher Zuwachs bei Neugeschäft und Beitragseinnahmen erzielt. In der Krankenversicherung verlief das Neugeschäft ebenfalls lebhaft. Die Beiträge in der Schaden-/Unfallversicherung sind leicht gestiegen, während die Branche im ganzen einen Rückgang verzeichnete. Insgesamt gehen die Gesellschaften der Gruppe für das laufende Jahr daher von einem Beitragsanstieg um über 3 % aus. Auf der Leistungsseite sind bisher keine besonderen Entwicklungen zu verzeichnen. Die Erstversicherer der Münchener-Rück-Gruppe erwarten einen Anstieg beim versicherungstechnischen Gewinn. Insgesamt rechnet die Münchener Rück mit einem höheren Jahresüberschuß der Erstversicherer; ihr Beitrag zum Konzernergebnis wird deutlich steigen, ihr Umsatz rund die Hälfte des Konzernumsatzes betragen.