26. Juli 1996
Pressemitteilung
Münchener Rück übernimmt Europas größten Krankenversicherer DKV / Erstversicherungsgruppe erheblich ausgebaut / Schinzler: Ideale Verstärkung / Allianz erhält im Tausch einige Versicherungsbeteiligungen und die Hermes-Mehrheit
Europas größter privater Krankenversicherer kommt unter das Dach des weltweit größten Rückversicherers: Mit der Übernahme der DKV Deutsche Krankenversicherung AG, Köln, verstärkt die Münchener-Rück-Gruppe ganz wesentlich das Privatkundengeschäft als den Schwerpunkt ihrer Aktivitäten in der Erstversicherung. Ferner erreicht die Münchener-Rück-Gruppe, die vor zwei Wochen über eine günstige Ertragsentwicklung im Geschäftsjahr 1995/96 (30.6.) berichtete und den Aktionären der Muttergesellschaft eine Dividendenerhöhung auf 16 DM (i. Vj. 13,50 DM) in Aussicht stellte, so auch eine weitere Verbesserung ihres Konzernergebnisses. Die konsolidierten Beitragseinnahmen der Münchener Rück, deren Aktien ab kommendem Herbst zum DAX 30 gehören, wachsen mit dem Erwerb der DKV von 29,1 Mrd. DM auf über 33 Mrd. DM.
Münchener-Rück-Vorstandsvorsitzender Dr. Hans-Jürgen Schinzler begrüßt "die ideale Ergänzung unserer primär im Privatkundengeschäft tätigen Erstversicherungsgruppe". In einer Betriebsversammlung am Freitag mittag in der DKV-Hauptverwaltung, Köln, betonte er "die hervorragende Marktposition, die hohe fachliche Qualität des Managements und der Mitarbeiter sowie die finanzielle Solidität" als besondere Stärken der DKV. Angesichts der zunehmenden Finanzierungsschwierigkeiten der gesetzlichen Krankenversicherung in vielen Ländern gebe es für die private Krankeversicherung ein beträchtliches Wachstumspotential. In Deutschland wird die jahrzehntelange erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Hamburg-Mannheimer Versicherungs-AG, Hamburg, einer ebenfalls zur Münchener-Rück-Gruppe zählenden Gesellschaft, intensiviert werden. Die Hamburg-Mannheimer vermittelt für die DKV Krankenversicherungsgeschäft in erheblichem Umfang. Dr. Jan Boetius, Vorstandsvorsitzender der DKV, unterstreicht: "Für den weiteren Ausbau der Geschäftstätigkeit der DKV in Europa bietet das internationale Know-how der Münchener Rück eine wirkungsvolle Unterstützung."
Während die Allianz ihre 51%ige DKV-Beteiligung an die Münchener Rück abgibt, erhält sie im Rahmen eines Tauschs deren 50,3%ige Beteiligung an der Hermes Kreditversicherungs-AG, Hamburg, und die noch bei der Münchener Rück liegenden Anteile an den Wiener Allianz-Gesellschaften sowie die 25%ige Beteiligung an der Vereinten Krankenversicherung AG, München.
Durch die Abgabe der industrie- und gewerbenahen Hermes-Beteiligung wird die Ausrichtung der Münchener-Rück-Erstversicherungsgruppe auf das Privatkundengeschäft konsequent weiter umgesetzt. Bei den österreichischen Allianz-Gesellschaften beabsichtigten Münchener Rück und Allianz ohnehin, die historisch gewachsenen Beteiligungen der Münchener Rück bei Gelegenheit auf die Allianz zu übertragen. Die Abgabe der Beteiligung an der Vereinten Kranken war im Zusammenhang mit der Übernahme der DKV durch die Münchener-Rück-Gruppe geboten.
Zusammengefaßt führt der Anteilstausch für die Münchener-Rück-Gruppe dazu, daß sie verschiedene Minderheitsbeteiligungen sowie die Hermes-Mehrheit abgibt und im Gegenzug ihre gewichtige Minderheitsbeteiligung an Europas Krankenversicherer Nr. 1 zu einer 100%igen Beteiligung aufstockt. Schinzler: "Wir konzentrieren uns darauf, die im Konzern vorhandenen Mittel bestmöglich einzusetzen. Hier ergab sich im Interesse aller Beteiligten eine gute Möglichkeit zur Optimierung."