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Munich RE

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FAQ und Glossare

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Sie finden hier einige der häufigsten Fragen, die wir von Aktionären und Analysten erhalten. Wir haben die Fragen bestimmten Themen zugeordnet.

Wie geht Munich Re mit dem Inflationsrisiko um?

  • Von der gesamtwirtschaftlichen Inflation abgesehen, wird die Schadeninflation auch von Preisentwicklungen in bestimmten Wirtschaftssegmenten (Lohnentwicklung, medizinische Inflation etc.) beeinflusst. Die Bevölkerungsentwicklung, der technologische Wandel sowie veränderte gesellschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen spielen ebenfalls eine Rolle. Insofern ist die Korrelation zwischen der Schadeninflation und dem Verbraucherpreisindex eher schwach ausgeprägt.
  • Im Allgemeinen stehen die Geldinflation und die Zinsentwicklung in einem gewissen Zusammenhang. Hieraus ergibt sich eine Art natürlicher Absicherungsmechanismus zwischen der Lebenserstversicherung und der Nichtlebens(rück)versicherung. Auf der einen Seite bewirkt ein Anstieg der Inflation höhere Schadenkosten in den Nichtleben-Sparten. Auf der anderen Seite verbessern sich bei höheren Zinsen in der Lebenserstversicherung die Kapitalerträge und damit der Embedded Value.
  • Für Geschäft mit lang andauernder Schadenabwicklung könnte die Inflation insbesondere bei nicht-proportionalen Verträgen problematisch sein, da hier der Zeitfaktor verstärkt zum Tragen kommt. Um dieser Problematik entgegen zu wirken, wenden wir in unseren Rückversicherungsverträgen nach Möglichkeit entsprechende Zeichnungsstrategien an. Ein Beispiel hierfür sind Indexklauseln oder Vertragsmerkmale, welche die Abwicklungszeit verkürzen. In der Kranken-Erstversicherung (in Deutschland) können wir ggf. die Beitragssätze anheben, um auf die medizinische Inflation sowie steigende Kosten für Versicherungsleistungen zu reagieren. Auf der Aktivseite sichern wir uns ab, indem wir in geeignete Kapitalanlagen investieren. Zu nennen sind hier unter anderem inflationsgeschützte Anleihen, Aktien, Rohstoffe, Immobilien und erneuerbare Energien.
  • Bei kürzer abwickelndem Erst- und Rückversicherungsgeschäft spielt die Inflation eine geringere Rolle. Die endgültigen Schäden sind früher bekannt und erhöhte Kosten lassen sich bei den jährlichen Preisanpassungen entsprechend schneller berücksichtigen.
  • Die Diskrepanz zwischen dem Verbraucherpreisindex und der Schadeninflation stellt ein nicht absicherbares Risiko dar. Entsprechende Korrekturen fließen jedoch auf einer einheitlichen Grundlage in die Prämiengestaltung pro Sparte ein.
  • Munich Re verfügt aufgrund ihrer langjährigen Geschäftstätigkeit auch in Hochinflationsländern über umfassende Erfahrungen in diesem Bereich.
  • Insgesamt sind wir gut darauf vorbereitet, in einem inflationären Umfeld erfolgreich zu agieren.

Wie wirken sich Wertänderungen bei Aktien und Aktienderivaten aus?

Wodurch ist die hohe Steuerquote im Segment Erstversicherung Leben/Gesundheit begründet?

Im Steueraufwand des Lebens- oder Krankenversicherers wird die Quellensteuer auf ausländische Kapitalanlageerträge ausgewiesen, obwohl sie wirtschaftlich überwiegend der Versicherungsnehmer zu tragen hat. Diese Vorgehensweise erhöht den Steueraufwand des Lebens- oder Krankenversicherers optisch und verzerrt dadurch die Steuerquote.

Ein Beispiel:
Eine ausländische Gesellschaft, an der Lebens- oder Krankenversicherer unserer Gruppe Aktien halten, schüttet für diesen Anteil 100 € Dividende aus. Hiervon werden 10 % als Quellensteuer einbehalten und 90 € gelangen nach Deutschland. Die Versicherungsnehmer erhalten mindestens 90 % dieses Betrags, im Beispiel 81 €. Der Anteil des Lebensversicherers beträgt 9 €. Neben der ausländischen Quellensteuerbelastung von 10 € entsteht in Deutschland eine Steuerbelastung von 40 % auf die steuerbare Basis von 19 €, also 7,60 €. Von der ausländischen Quellensteuer anrechenbar auf die deutsche Steuerbelastung (für das Versicherungsunternehmen rückholbar) sind aber nur 26,4 % (Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag) auf die steuerbare Basis von 19 €, also 5 €; damit verbleibt ein Steueraufwand von 12,60 €. Dem steht jedoch ein Vorsteuerergebnis von 19 € (100 € Dividende abzüglich 81 € Versicherungsnehmeranteil) gegenüber. Die Steuerquote beträgt rund 66,3 %.

Wie wirken sich Wechselkursveränderungen, z. B. beim Verhältnis US-Dollar zu Euro, auf die Münchener Rück aus?

Schwankungen der Wechselkurse betreffen vorwiegend das Rückversicherungsgeschäft; im Segment Erstversicherung überwiegt das Geschäft in Euro deutlich.
In der Rückversicherung findet in der Bilanz das Prinzip der kongruenten Deckung Anwendung. Dies bedeutet, dass bei Verbindlichkeiten in Fremdwährung grundsätzlich Kapitalanlagen in derselben Währung und Höhe gehalten werden, um sich gegen Verluste aus Wechselkursveränderungen abzusichern. In der Gewinn-und-Verlust-Rechnung wird der Effekt bei den Beiträgen abgemildert durch gleichgerichtete Veränderungen der Schäden und Kosten.
Die Bilanzen ausländischer Tochterunternehmen rechnen wir mit den Stichtagskursen vom Jahresende in den Euro um, die Gewinn-und-Verlust-Rechnungen mit Quartalsdurchschnittskursen; Umrechnungsdifferenzen, die sich daraus ergeben, werden im Eigenkapital ausgewiesen.

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