24. Juli 1998

Aktionärsbrief

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit unserem Aktionärsbrief vom 29. Juni 1998 haben wir Ihnen eine Reihe von Kapitalmaßnahmen angekündigt, die sich bis in das Jahr 1999 hinein erstrecken werden. Mit diesen Maßnahmen, die wir wiederum besonders aktionärsfreundlich ausgestalten, bereiten wir die Münchener-Rück-Aktien auf den Euro vor. Die Wirtschaftspresse hat hierüber ausführlich berichtet. Als erste der angekündigten Maßnahmen steht nun eine Kapitalerhöhung an. Bevor Sie demnächst über Ihre Depotbanken die Unterlagen zur Ausübung des Bezugsrechts erhalten, möchten wir Sie heute näher informieren.

Der Vorstand der Gesellschaft hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, das Grundkapital aus genehmigtem Kapital um DM 35 Millionen auf DM 869.598.400 zu erhöhen. Es werden 3.500.000 neue Namensaktien im Nennbetrag von je DM 10 mit DM 5 Einzahlung ausgegeben. Die neuen ab 1. Juli 1998 dividendenberechtigten Aktien können Sie zu dem deutlich unter dem aktuellen Kursniveau liegenden Preis von DM 600 je Aktie erwerben und über ein Bankenkonsortium unter Führung der Dresdner Bank AG in der Zeit vom 29. Juli bis zum 11. August 1998 im Verhältnis 25 : 1 der Einzahlungsbeträge beziehen. Zur weiteren Steigerung der Attraktivität der Kapitalmaßnahme wird - wie schon bei der sehr erfolgreichen Emission 1994 - jeder neuen Aktie wieder ein Optionsschein für weitere Münchener-Rück-Namensaktien beigefügt.

Je 4 Optionsscheine berechtigen gegen Zahlung eines Optionspreises von DM 635 zum Bezug einer weiteren mit DM 5 eingezahlten Namensaktie im Nennbetrag von DM 10. Nach der für Ende 1998/Anfang 1999 geplanten Volleinzahlung der teileingezahlten Namensaktien, dem vorgesehenen Split, und der Umwandlung in Stückaktien berechtigen je 4 Optionsscheine gegen Zahlung eines Optionspreises von DM 635 plus DM 5, also von insgesamt DM 640, zum Bezug von zwei volleingezahlten auf den Namen lautenden Stückaktien. Das Optionsrecht kann vom 1. September 1998 bis zum 3. Juni 2002 ausgeübt werden. Falls der Börsenkurs der Namensaktie am Ende der Optionsfrist unter dem Ausübungspreis liegen sollte, verlängert sich diese Frist nach Maßgabe der Optionsbedingungen um insgesamt höchstens zwei Jahre.

Weitere Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem Bezugsangebot sowie den Optionsbedingungen, die beigefügt sind.

Die beziehenden Aktionäre können die Optionsscheine entweder behalten und während der Optionsfrist zum Erwerb weiterer Namensaktien einsetzen oder jederzeit über die Börse veräußern. Die Optionsscheine werden nach Ablauf der Bezugsfrist von den neuen Aktien getrennt. Der Handel der Optionsscheine wird am 17. August 1998 an den Börsen in München und Frankfurt am Main aufgenommen werden.

Hinsichtlich der Optionsscheine weisen wir zusätzlich auf folgendes hin: Der Börsenkurs unseres Optionsscheins wird sowohl die Differenz zwischen dem Ausübungspreis und dem aktuellen Kurs der Namensaktie widerspiegeln als auch die "Prämie", die die Börse mit der Chance möglicher Kurssteigerungen der Namensaktien während der Optionsfrist verbindet.

Nach aller Erfahrung werden die Optionsscheine an Kursbewegungen der Namensaktien voll, möglicherweise sogar überproportional, teilhaben. Bei einem Kursanstieg der Namensaktie bieten damit die Optionsscheine die Möglichkeit, Kursgewinne zu realisieren, ohne daß Münchener-Rück-Aktien veräußert werden müßten.

Mit der Kapitalerhöhung 1998 möchten wir auf einer weiter verbreiterten Kapitalbasis zusätzliche Wachstums- und Ertragschancen in einem dynamischen Markt wahrnehmen können. Zudem bieten wir unseren Aktionären mit dem günstigen Emissionskurs der neuen Aktien und dem jeder neuen Aktie beigefügten Optionsschein wiederum ein attraktives Bezugsrecht und ein besonders interessantes Anlageinstrument.

Mit freundlichen Grüßen

Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft

München, den 24. Juli 1998