Wissenskompetenzen

Die GeoRisikoForschung der Münchener Rück sammelt weltweit Informationen zu Naturkatastrophen. Seit 1975 werden hier Schadenmeldungen im Zusammenhang mit Naturereignissen erfasst und analysiert.

Auch aus der Zeit vor 1975 recherchiert und dokumentiert das Kompetencenter "große" Naturkatastrophen. Der älteste Eintrag reicht gar bis in die Antike zurück: Die Schilderungen von Plinius zum Vesuv-Ausbruch im Jahr 79 n. Chr.

"Große" Naturkatastrophen

"Große" Naturkatastrophen sind nach der Definition der Vereinten Nationen solche, die "die Selbsthilfefähigkeit der betroffenen Gebiete deutlich übersteigen und überregionale oder internationale Unterstützung erforderlich machen". Das ist in der Regel dann der Fall, wenn die Zahl der Todesopfer in die Tausende, die Zahl der Obdachlosen in die Hunderttausende geht oder - im Verhältnis zur Wirtschaftskraft des betroffenen Landes - außergewöhnlich große volkswirtschaftliche Schäden auftreten. Mit den so gesammelten Informationen hat die Münchener Rück die inzwischen weltweit wohl größte Datensammlung dieser Art aufgebaut, die MRNatCat-Datenbank, die für eine Vielzahl von Analysen herangezogen wird.

Schäden aus Naturkatastrophen

Seit Mitte des letzten Jahrhunderts haben die Naturkatastrophen dramatisch zugenommen. Ein Vergleich des vergangenen Jahrzehnts mit den 60er-Jahren zeigt, dass Naturkatastrophen häufiger auftreten und größere Schäden verursachen. Ein Blick auf die größten Naturkatastrophen seit 1970 verdeutlicht, dass die Naturereignisse mit den meisten Todesopfern überwiegend durch Erdbeben verursacht werden. Die größten volkswirtschaftlichen Schäden verteilen sich dagegen zu nahezu gleichen Anteilen auf die Hauptgefahren Erdbeben, Überschwemmung und Sturm. Bei den versicherten Schäden stellen die Sturmschäden den größten Posten. Vom Gesamtschadenausmaß machen in der Regel die großen Naturkatastrophen ungefähr die eine Hälfte aus, die zweite Hälfte setzt sich aus den kleineren und mittleren Naturkatastrophen zusammen.

Naturereignis versus Naturkatastrophe

Als Naturkatastrophen werden nur solche Naturereignisse bezeichnet, die Menschen bzw. Sachwerte von Menschen betreffen. Ein Erdbeben in der Wüste Gobi oder ein Orkan in der Antarktis, die keine Auswirkungen auf Menschen oder deren Sachwerte haben, sind keine Naturkatastrophen. Dagegen kann bereits ein Naturereignis, das alles andere als extrem ist, in einer dicht besiedelten, schlecht vorbereiteten Region schnell zur Katastrophe werden.