Schadenursachen und -szenarien
Ob Bilanzfälschung, Missmanagement, Fehler bei Unternehmenskäufen, unzureichendes Risikomanagement oder Mängel in Aufsicht und Kontrolle — Unternehmen müssen mit allen Szenarien rechnen.
Die Ursachen für Managerhaftungsschäden sind vielfältig. Das zeigen die nachfolgenden Beispiele bereits entstandener D&O-Schäden.
Bilanzfälschung
Ein in den USA börsennotiertes Unternehmen weist einen weit überhöhten Gewinn aus, der sich als Bilanzierungsskandal entpuppt: Nachdem Bilanzfälschungen bekannt werden, fällt der Aktienkurs beträchtlich. Auch die Manager werden verklagt, die nicht am Betrug beteiligt waren, und die Aktionäre fordern einen entsprechenden Ausgleich ihres Vermögensschadens. Die Schadenhöhe: 1,1 Milliarden US$.
Missmanagement
Die ausländische Tochtergesellschaft eines großen Unternehmens schließt mit einem Serviceleister einen langfristigen Vertrag. Schnell stellt sich heraus, dass er für das unterzeichnende Unternehmen hohe Verluste bringen wird. In der Bilanz müssen Rückstellungen und Sonderabschreibungen von mehreren hundert Millionen Euro vorgenommen werden. Das Mutterunternehmen verklagt den ehemaligen Leiter der Tochtergesellschaft wegen fahrlässiger Pflichtverletzung.
Mergers&Acquisitions
Der neue Vorstand eines Finanzinstituts erhebt Vorwürfe gegen den alten Vorstand, nachdem dieser ein Maklerhaus erworben hat. Die Vorwürfe des neuen Vorstands: Dem Unternehmen sei ein Schaden von mindestens 16,4 Millionen € entstanden, weil der Kaufpreis viel zu hoch gewesen sei. Vor dem Erwerb habe es zudem keine Buchprüfung gegeben, auch sei die Zustimmung des Aufsichtsrats nicht eingeholt worden.
Bei der Ermittlung des Schadens berücksichtigte man auch, dass sich aus der Beteiligung an dem Maklerhaus keine positiven Effekte für das Privatkundengeschäft des Finanzinstituts ergeben hatten.
Unzureichendes Risikomanagement
Nach einem Brand in einem Unternehmen und dem damit verbundenen Produktionsausfall entsteht ein Schaden für das Unternehmen in mehrfacher Millionenhöhe. Das Unternehmen, das keine Betriebsunterbrechungsversicherung hat, gerät in die Verlustzone; der Aktienkurs fällt stark. Die Aktionäre verklagen die Vorstände auf unzureichendes Risikomanagement. Der ursprüngliche Betriebsunterbrechungsschaden mündet in einen millionenschweren D&O-Schaden.
Weitere mögliche D&O-Schäden können sich aus folgenden Szenarien ergeben:
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Prospekthaftung bei Börsengängen
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Aktienkursmanipulationen
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falsche Ad-hoc-Meldungen
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Financial Restatements
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unzureichende Informationspolitik gegenüber der Öffentlichkeit
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unlauterer Wettbewerb
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unzureichende Sicherheitsvorkehrungen
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Insolvenzverschleppung
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unzureichende interne Organisation
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Verstöße gegen Unternehmenssatzungen oder Geschäftsordnungen