Nachhaltigkeit und Finanzperformance

Sind nachhaltige Unternehmen wirtschaftlich erfolgreicher als Unternehmen, die ihr Handeln nicht am Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung ausrichten? Die Klärung dieses Zusammenhangs zwischen der Berücksichtigung von ökologischen und sozialen Aspekten und dem wirtschaftlichen Erfolg bzw. der Performance von Unternehmen bzw. Kapitalanlagen ist ein Ziel des Projekts "Umwelt- und Nachhaltigkeitstransparenz für Finanzmärkte" des Instituts für Ökologie und Unternehmensführung an der European Business School (ebs), an dem die Münchener Rück von 2001 bis 2004 mitgearbeitet hat. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und stand unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Klaus Töpfer.

Ein wichtiges Ergebnis des Projekts ist eine ökonometrische Studie, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (Mannheim) in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Bank Sarasin durchgeführt hat. Sie untersucht, wie sich die Umwelt- und Sozialperformance europäischer Unternehmen auf deren durchschnittliche monatliche Aktienrendite zwischen 1996 und 2001 ausgewirkt hat. Zentrales Ergebnis: die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten beeinträchtigt nicht die ökonomische Performance. Eine signifikant positive Korrelation konnte allerdings nicht festgestellt werden.

Eine zweite im Rahmen des Forschungsprojekts durchgeführte Studie analysiert die Performance von Nachhaltigkeitsfonds und -indizes im Vergleich zu konventionellen Anlagen. Kernergebnis dieser Studie ist, dass bei einer Aktienauswahl, die ethische, ökologische und soziale Aspekte berücksichtigt, keine systematischen Nachteile bei der Performance in Kauf genommen werden müssen.